Ischias: 7 Dinge, die Sie sofort tun können — und was wirklich dahintersteckt
- Ihr Praxis Team ACH

- 15. Juni
- 4 Min. Lesezeit
Sie wachen morgens auf und der Schmerz ist wieder da. Oder er kommt beim Aufstehen vom Schreibtischstuhl. Oder mitten beim Spazierengehen — ein plötzliches Ziehen, das von der Hüfte bis in die Wade fährt. Ischias hat viele Erscheinungsformen, aber eine gemeinsame Eigenschaft: Er lässt sich schlecht ignorieren.
Dieser Beitrag beantwortet die Fragen, die wir in unserer Praxis in München täglich hören: Was kann ich jetzt, sofort, dagegen tun? Warum geht er nicht von allein weg? Und ab wann sollte ich professionelle Hilfe suchen?
Was ist Ischias eigentlich — kurz erklärt
Der Ischiasnerv ist der größte und längste Nerv im menschlichen Körper. Er entsteht aus
mehreren Nervenwurzeln im unteren Bereich der Lendenwirbelsäule (L4 bis S3), verläuft durch das Gesäß und zieht die Rückseite des Beins entlang bis in den Fuß. Wird er irgendwo entlang dieses Weges gereizt, eingeklemmt oder komprimiert, spüren Sie es.
Das charakteristische Muster ist die einseitige Ausstrahlung ins Bein — sei es als Brennen, Ziehen, Kribbeln, Taubheit oder das Gefühl elektrischer Schläge. Mehr zu Ursachen und Behandlungsmethoden finden Sie auf unserer Hauptseite zu Ischias.
7 Dinge, die Sie bei Ischias sofort tun können
1. Die 90/90-Entlastungsposition einnehmen
Legen Sie sich auf den Rücken auf eine feste Unterlage. Legen Sie beide Beine im rechten Winkel auf einen Stuhl, eine Couch oder ein Kissen, sodass Hüfte und Knie jeweils 90 Grad angewinkelt sind. Diese Position nimmt den Druck von der Lendenwirbelsäule und entlastet die gereizten Nervenwurzeln. Viele Patienten berichten, dass der Schmerz in dieser Position innerhalb weniger Minuten nachlässt. 10–20 Minuten mehrmals täglich sind ein guter Anfang.
2. Den Piriformis dehnen
Der Piriformis-Muskel liegt tief im Gesäß und ist — wenn verkrampft — einer der häufigsten, aber am häufigsten übersehenen Auslöser von Ischiasschmerzen. Diese Dehnung erreicht ihn direkt:
Legen Sie sich auf den Rücken.
Winkeln Sie das betroffene Bein an und legen Sie den Knöchel auf das Knie des anderen Beins.
Umfassen Sie den Oberschenkel des nicht betroffenen Beins und ziehen Sie es sanft zur Brust.
Sie sollten eine Dehnung tief im Gesäß spüren. 30–60 Sekunden halten, 3 Mal wiederholen.
3. Wärme auf das Gesäß — nicht nur auf den Rücken
Die meisten Menschen legen die Wärmflasche auf den unteren Rücken. Wenn der Piriformis beteiligt ist, ist das Gesäß die wirksamere Stelle. Ein Wärmepflaster oder ein Körnerkissen direkt auf dem Gesäßmuskel für 20–30 Minuten kann den Muskelspasmus lösen, der den Nerv einengt.
4. Weiterbewegen — aber richtig
Absolute Bettruhe ist bei Ischias kontraproduktiv. Die Muskulatur erschlafft, der Nerv bleibt unter Spannung, und der Schmerz kann sich nach einigen Stunden Horizontallage verschlimmern. Kurze Spaziergänge von 10–15 Minuten — langsam, aufrecht, ohne Schmerzverstärkung — sind einer der wirksamsten Selbsthilfe-Ansätze.
5. Die richtige Schlafposition finden
Die häufigste Frage: Wie schläft man mit Ischias? Auf der Seite ist oft die angenehmste Position — dabei ein Kissen zwischen die Knie legen, um das Becken in einer neutralen Position zu halten. Rückenschläfer legen ein oder zwei Kissen unter die Knie. Bauchlage ist bei Ischias in der Regel die schlechteste Option, da sie die Lendenwirbelsäule überstreckt.
6. Den Ischiasnerv mobilisieren — Nervengleiten
„Nerve flossing" oder Nervengleiten ist eine sanfte Technik, um den Ischiasnerv durch seinen Verlauf zu mobilisieren und Verklebungen zu lösen:
Setzen Sie sich aufrecht auf einen Stuhl.
Strecken Sie das betroffene Bein aus, Fuß nach oben gezogen (Zehen Richtung Schienbein).
Gleichzeitig den Kopf nach vorne beugen — dann Bein absenken und Kopf heben.
Diese Wechselbewegung langsam 10–15 Mal wiederholen.
Wichtig: Wenn diese Bewegung starke Schmerzen auslöst, pausieren Sie und sprechen Sie mit einem Chiropraktiker oder Physiotherapeuten, bevor Sie weitermachen.
7. Sitzgewohnheiten überprüfen
Langes Sitzen ist einer der häufigsten Verstärker von Ischiasschmerzen. Drei konkrete Änderungen, die sofort helfen können: Stellen Sie sich einen Timer für alle 30 Minuten und stehen Sie kurz auf. Nehmen Sie das Portemonnaie aus der Gesäßtasche — ein dicker Geldbeutel kann beim Sitzen den Piriformis-Muskel direkt komprimieren. Und achten Sie auf eine aufrechte Sitzposition, bei der das Becken leicht nach vorne gekippt ist, nicht nach hinten.
Was Sie bei Ischias lieber lassen sollten
Zu lange warten. Das ist der größte Fehler. Unbehandelte Ischiasschmerzen neigen dazu, chronisch zu werden. Was in den ersten Wochen oft gut auf eine gezielte Behandlung anspricht, wird nach einigen Monaten deutlich hartnäckiger.
Schmerzmittel als langfristige Lösung. Ibuprofen oder Paracetamol können die Lebensqualität kurzfristig verbessern. Sie behandeln jedoch nicht das zugrunde liegende Problem und die Kompression oder Reizung des Nervs – und können Warnzeichen überdecken.
Übermäßiges Dehnen bei akuten Schmerzen. Wenn der Nerv stark gereizt ist, kann intensives Dehnen den Zustand verschlimmern. In der akuten Phase ist sanftes Dehnen immer besser als intensives.
Übermäßiger Einsatz der Massagepistole. Auch wenn es sich im Moment gut anfühlt, kann dies zu Blutergüssen im umliegenden Gewebe führen, was eine Überempfindlichkeit gegenüber Schmerzen zur Folge hat und die Symptome verschlimmert.
Längere Wärmeeinwirkung. Mehr als 20 Minuten sehr starker Wärmeeinwirkung, wie beispielsweise das Schlafen mit einer Wärmflasche, kann diesen Zustand durch Rebound-Schmerzen oder eine verstärkte lokale Entzündung verschlimmern.
Wann sollte ich zum Chiropraktiker?
Wenn die Selbsthilfemaßnahmen nach zwei bis drei Tagen keine deutliche Besserung bringen — oder wenn der Schmerz zunimmt oder Taubheit und Schwäche im Bein auftreten — ist es Zeit für professionelle Behandlung.
In unserer Münchner Praxis untersuchen wir zunächst, wo genau die Ursache liegt: Ist es eine Blockierung der Lendenwirbelsäule, eine Bandscheibe, das Iliosakralgelenk oder der Piriformis? Das Ergebnis dieser Untersuchung bestimmt die Behandlung.
Sie brauchen keine Überweisung und keine langen Wartezeiten: Wir bieten kurzfristige Termine an. Informationen zu Kosten und Behandlungsablauf finden Sie auf unserer Preisseite.
Die wichtigsten Warnsignale — diese Symptome sind ein Notfall
Bitte suchen Sie sofort eine Notaufnahme auf, wenn Sie neben Ischiasschmerzen folgendes bemerken:
Taubheit oder Kribbeln im Schritt oder in der Innenseite der Oberschenkel
Plötzliche Probleme beim Wasserlassen oder beim Stuhlgang
Schwäche in beiden Beinen gleichzeitig
Diese Symptome können auf ein Cauda-equina-Syndrom hinweisen — einen seltenen, aber ernsten Notfall, der sofortige medizinische Versorgung erfordert.
Fazit
Ischias ist schmerzhaft und einschränkend — aber in den meisten Fällen sehr gut behandelbar, wenn man versteht, was dahintersteckt. Die Selbsthilfemaßnahmen in diesem Beitrag können sofortige Linderung bringen. Sie sind aber kein Ersatz für eine Behandlung der eigentlichen Ursache.
Wenn Sie in München Unterstützung suchen, lesen Sie mehr auf unserer Seite zu Ischias Behandlung München, oder buchen Sie direkt einen Termin — ohne Überweisung, auch kurzfristig.



