Julia Mautner über Tennis
- Ihr Praxis Team ACH

- 16. Juni
- 4 Min. Lesezeit
Über Tennis, Verletzungen und den Weg in die Chiropraktik – ein Gespräch mit Julia Mautner

Wer schon einmal bei Julia Mautner (→ Bio-Seite) im American Chiropractic Haus war, weiß: Sie brennt dafür, Menschen zu mehr Beweglichkeit und einem aktiven Leben zu verhelfen. Was viele Patientinnen und Patienten jedoch nicht wissen – lange bevor sie Chiropraktorin
wurde, verbrachte sie Jahre auf dem Tennisplatz, erst als Spielerin und heute auch als Trainerin.
Wir haben uns mit Julia zusammengesetzt und mit ihr über ihren Weg im Tennis gesprochen, darüber, was ihr der Sport beigebracht hat – und wie er bis heute ihre Arbeit als Chiropraktorin prägt.
Fangen wir am Anfang an. Wie alt waren Sie, als Sie das erste Mal einen Tennisschläger in der Hand hielten? Und was waren einige Ihrer größten Meilensteine?
Julia Mautner: Meine Eltern waren beide Tennistrainer, deshalb bin ich praktisch auf dem

Tennisplatz aufgewachsen und spiele, seit ich laufen kann. Mit acht Jahren habe ich angefangen, Turniere zu spielen, und seitdem bestreite ich durchgehend Wettkämpfe auf hohem Niveau. Zu meinen größten Meilensteinen zählen das College-Tennis in der NCAA in den USA und die 2. Bundesliga hier in München.
Was hat Sie am Tennis so gefesselt?
Julia Mautner: Mich hat fasziniert, dass ein Tennismatch nie entschieden ist, bevor der letzte Punkt gespielt wurde. Egal, wie weit man zurückliegt – es gibt immer die Chance, zurückzukommen. Das hat mir schon früh beigebracht, niemals aufzugeben und bis zum letzten Punkt zu kämpfen. Außerdem liebe ich, wie komplex dieser Sport ist: Er verbindet körperliche Fitness, Schnelligkeit, Ausdauer, Koordination, Technik, Taktik und mentale Stärke – alles zur gleichen Zeit. Das macht Tennis zu einer der anspruchsvollsten und zugleich erfüllendsten Sportarten.
Für alle, die nie auf Wettkampfniveau gespielt haben: Wie sieht eine typische Trainingswoche tatsächlich aus?

Julia Mautner: Der Montag ist normalerweise mein Ruhe- und Regenerationstag. Von Dienstag bis Samstag stehe ich aber fast täglich auf dem Platz und trainiere Tennis. An mehreren dieser Tage kommt zusätzlich Athletiktraining dazu – mit Fokus auf Kraft, Schnelligkeit, Beweglichkeit und Verletzungsprävention. Die Wochenenden sind meist dem Wettkampf gewidmet, entweder bei Turnieren oder bei Ligaspielen.
Hatten Sie im Laufe Ihrer Tenniskarriere viele Verletzungen?
Julia Mautner: Ich hatte das Glück, von schweren Verletzungen verschont zu bleiben. In meiner Jugend hatte ich allerdings immer wieder mit muskulären Beschwerden zu kämpfen – viele davon hingen mit dem Wachstum und den Belastungen des Leistungstennis zusammen. Der Rat, den ich meist bekam, lautete schlicht: ausruhen und weniger Tennis spielen. Für mich war das damals keine Option. Die Chiropraktik war das Einzige, was mir wirklich geholfen hat, auf dem Platz zu bleiben. Diese Erfahrung hat letztlich mein Interesse an dem Beruf geweckt und mich dazu gebracht, ihn zu meiner Berufung zu machen.
Sehen Sie Parallelen zwischen dem Trainerberuf und der Arbeit als Chiropraktorin?
Julia Mautner: Auf jeden Fall. Sowohl im Training als auch in der Chiropraktik ist es mein Ziel, Menschen dabei zu helfen, ihr Bestes zu geben und ihr Potenzial auszuschöpfen. Egal, ob eine Sportlerin ihr Spiel verbessern möchte oder eine Patientin sich wieder besser bewegen und fühlen will – Erfolg entsteht immer dadurch, den einzelnen Menschen zu verstehen, herauszufinden, was ihn zurückhält, und einen Plan zu entwickeln, der ihn an sein Ziel bringt.
Viele Sportlerinnen und Sportler werden später Trainer, aber nur wenige verbinden dieses Wissen mit medizinischer Expertise. Wie haben das Tennisspielen und das Coaching Ihre Arbeit als Chiropraktorin – und Ihren Umgang mit Verletzungen – geprägt?
Julia Mautner: Tennis und das Coaching haben mich gelehrt, über die Verletzung selbst hinauszuschauen und den Menschen als Ganzes zu betrachten. Als Sportlerin weiß ich, wie frustrierend es ist, wenn eine Verletzung einen von dem abhält, was man liebt. Deshalb versuche ich, nicht nur zu verstehen, was den Schmerz verursacht, sondern auch, wohin die Patientin oder der Patient eigentlich zurückmöchte.
Mein Ziel ist es immer, Menschen dabei zu helfen, sich zu erholen, aktiv zu bleiben und so sicher und effizient wie möglich zu den Aktivitäten zurückzufinden, die ihnen Freude machen.

Was hat Ihnen das Coaching über Menschen und ihre Genesung nach Verletzungen beigebracht?
Julia Mautner: Das Coaching hat mir gezeigt, dass jeder Mensch unterschiedlich auf Training und Genesung reagiert. Zwei Sportler können exakt dieselbe Verletzung haben, und doch sind ihre Einstellung, ihre Ziele und ihr Zugang zur Rehabilitation völlig verschieden. Das hat mir vor Augen geführt, wie wichtig es ist, zuzuhören, den Plan an den einzelnen Menschen anzupassen und ihm zu helfen, geduldig und konsequent zu bleiben.
Welche Fehler machen Freizeitsportlerinnen und -sportler im Umgang mit Verletzungen am häufigsten?

Julia Mautner: Einer der häufigsten Fehler ist, zu lange zu warten und zu hoffen, dass ein Problem von allein wieder verschwindet. Ein anderer ist, entweder zu viel oder zu wenig zu tun. Oft versuchen Sportler, den Schmerz zu ignorieren und einfach weiterzumachen, während andere jede Aktivität komplett einstellen. In den meisten Fällen ist es am besten, die Ursache früh zu erkennen, die richtigen Anpassungen vorzunehmen und während der Genesung so aktiv wie möglich zu bleiben.
Und für die Tennisspielerinnen und -spieler, die das hier lesen: Welche Probleme sehen Sie am häufigsten?
Julia Mautner: Bei Tennisspielern sehe ich meist Überlastungsbeschwerden und seltener

akute Verletzungen. Schulterprobleme, Ellenbogenschmerzen wie der Tennisarm (→ Tennisarm/Golferarm-Seite), Schmerzen im unteren Rücken und Kniebeschwerden sind sehr verbreitet, weil Tennis den Körper wiederholt belastet und über eine Saison hinweg tausende ähnliche Bewegungen erfordert. Viele dieser Probleme entwickeln sich schleichend – genau deshalb kann es einen großen Unterschied machen, schon auf kleine Warnsignale frühzeitig zu achten.
Wenn Sie einem jungen Tennistalent, das vom großen Sport träumt, einen einzigen Rat geben könnten – welcher wäre das?
Julia Mautner: Genieße den Weg und gib nicht auf, wenn es einmal nicht nach Plan läuft. Jede Tennisspielerin und jeder Tennisspieler – egal, wie erfolgreich – erlebt Niederlagen, Rückschläge, Verletzungen und Phasen, in denen man feststeckt.
Diejenigen, die am weitesten kommen, sind oft nicht die Talentiertesten, sondern die, die immer wieder antreten, weiterarbeiten und an sich glauben, auch wenn es schwierig wird.
Über Julia Mautner:

Julia Mautner wurde in München geboren, ging für ihre chiropraktische Ausbildung in die USA und kehrte 2026 nach München zurück, um hier am American Chiropractic Haus ihre Leidenschaft für Tennis mit ihrer Expertise in der Sportchiropraktik zu verbinden. Derzeit verbindet sie ihre Arbeit als Chiropraktorin mit dem Abschluss ihrer B-Trainerlizenz im Tennis, die sie voraussichtlich noch vor 2027 erwerben wird. Mehr über Julia Mautner erfahren Sie in ihrem Lebenslauf hier.


